„Kreatief“ beeindruckt von den Kunstwerken der Kinder und Jugendlichen

Zahlreiche Besucher*innen und glückliche Künstler*innen – Ausstellung Kreativwerkstatt Leipziger Straße ist ein großer Erfolg...

Ursula Schulze-Stampe (Zweite von links) und Beatrix Stegmann (rechts daneben) betrachten gemeinsam mit Frank Hinrichs und Claudia Müller die Werke in der Kreativwerkstatt. Sie waren genau so angetan wie die Künstler*innen selbst.

Nicht nur die Ausstellung war wie bei den Großen, sondern auch die Eröffnung mit einer Vernissage und einem Büffet.

Vorstand Ulrich Kling-Böhm hatte sichtliche Freude beim Austausch mit den jungen Künstler*innen. Fotos: Rüdiger Müller (3) und Manfred Günther

Von Manfred Günther

„Einfach erstaunlich und wunderbar anzuschauen, welche Werke die Kinder geschaffen haben.“ Beatrix Stegmann, Mitglied der Emmauskirche, war ebenso begeistert von der Ausstellung Kreativwerkstatt Leipziger Straße wie Ursula Schulze-Stampe: „Ich bin beeindruckt, wie kreativ die Kinder sind und was sie mit ihren Werken erzählen.“ Die beiden Marburgerinnen waren Besucherinnen einer besonderen Veranstaltung: Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 15 Jahren hatten an zwei Tagen Kunstwerke ausgestellt, die während des Kreativangebots in der ambulanten Betreuung des St. Elisabeth-Vereins entstanden sind.

Auch Ulrich Kling-Böhm war „beeindruckt von der Vielfalt der ausgestellten Arbeiten“. Der Vorstand des St. Elisabeth-Vereins hatte während der Vernissage die Besonderheiten von Künstler*innen und Werken hervorgehoben: „Die Selbstwirksamkeit bei den Kindern spielt eine große Rolle. Sie werden kreativ tätig, entdecken neue Fähigkeiten und bekommen Erfolgserlebnisse.“

Dass die Vernissage nahezu vor vollem Haus stattfand – unter den Besucher*innen waren auch Vertreter*innen von Jugendämtern und Kooperationspartner*innen –, machte die jugendlichen Künstler*innen leicht verlegen, aber vor allem auch stolz: Es war förmlich zu sehen, wie viel Freude ihnen auch die Präsentation ihrer Werke bereitete.

Kathrin Rooschüz, Bereichsleiterin beim St. Elisabeth-Verein, hatte bei ihrer Eröffnungsrede gestanden, dass sie „ausgesprochen wenig“ von Kunst verstehe, aber dafür was von Pädagogik: „Ich sehe hier seit circa drei Jahren – so lange gibt es unsere Kreativwerkstatt schon – wie intensiv hier mit Hilfe von Kunst Pädagogik betrieben wird. Und trotz meiner mangelnden Kunstkompetenz kann ich sagen: Offensichtlich können Kunst und Pädagogik eine wunderbare Verbindung miteinander eingehen!“

In der Jugendhilfe gehe es, so Rooschüz weiter, wie überhaupt in der Pädagogik, darum, „Kinder zu verstehen, sie in ihrer guten Entwicklung zu begleiten und ihnen Räume zu eröffnen, um ihre Individualität auszubilden, sich richtig und wertvoll zu fühlen und so zu möglichst starken und sicheren Persönlichkeiten zu werden“.

„Weiter so!“, zogen Heilpädagoge Frank Hinrichs und Sozialpädagogin Claudia Müller, die die Kreativwerkstatt betreuen, ein begeistertes Fazit von Arbeit und Ausstellung, noch sichtlich angetan von den „glücklichen Gesichtern der Kinder“ und wie stolz diese gewesen seien. „Da geht einem einfach das Herz auf.“ Froh sind die beiden auch darüber, dass sie mit einer Bereichsleitung zusammenarbeiten, die dieses Verständnis für die Bedeutung der Kunst in der Pädagogik hat. „Ohne unsere Kolleginnen und Kollegen wäre das Projekt nicht möglich.“ - Anmerkung: Soll es hier „Kolleginnen und Kollegen“ oder „Kolleg*innen“ heißen? -

Was ist die Kreativwerkstatt?


Von Kathrin Rooschüz

Von außen betrachtet ist das die Zeit jeden Donnerstag zwischen 14 und 18 Uhr. Dann kommt Frank Hinrichs, seines Zeichens Mitarbeiter, Heilpädagoge und selbst Kunstschaffender und Kunstförderer, mit seinen vielen Kisten mit unterschiedlichsten Materialien in der Kreativwerkstatt an, ebenso Kollegin Claudia Müller. Anschließend verwandeln die beiden die Räume in ein waschechtes  Atelier. Kurz darauf kommen einige junge Menschen im Alter von 6 bis 15 Jahren, die von den unterschiedlichen - Anmerkung: Statt „unterschiedlichen“ könnte man auch „verschiedenen“ schreiben - ambulanten Jugendhilfeangeboten betreut werden, und verwandeln sich von ganz normalen Mädchen und Jungs in Künstlerinnen und Künstler. - Anmerkung: Soll es hier „Künstlerinnen und Künstler“ oder „Künstler*innen“ heißen? - Sie nehmen Pinsel oder Stifte in die Hand, sie bringen Farben mal vorsichtig, mal schwungvoll auf Leinwände, mal wird zart gestaltet, dann wird leidenschaftlich und expressiv vorgegangen. Die Kinder probieren verschiedene Techniken aus, hantieren mit Speckstein, mit Ton, gestalten und „matschen“ mit Kleister an langsam wachsenden Figuren herum. Dabei bearbeiten  sie ihre inneren Themen Dies ist in der Atmosphäre des Schaffens zu spüren und den Kunstwerken anzusehen.