Dekan Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg während des Antrittsbesuches:

„Armutsfrage ist drängend, müssen zusammen etwas für die Menschen tun“...

Der neue Dekan des Kirchenkreises Marburg Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg (Mitte) gemeinsam mit seinem Stellvertreter Ulrich Biskamp (rechts) während des Antrittsbesuches beim St. Elisabeth-Verein Marburg mit Vorstand Ulrich Kling-Böhm. Foto: Manfred Günther

Noch vor seiner Amtseinführung stattete der neue Dekan des Kirchenkreises Marburg, Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg, gemeinsam mit seinem Stellvertreter Ulrich Biskamp dem St. Elisabeth-Verein Marburg und insbesondere dessen Vorstand Ulrich Kling-Böhm einen Antrittsbesuch ab. „Die Armutsfrage und was auf uns zukommt, ist drängend“, erklärte der neue Vorsitzende des Kirchenkreisvorstandes Marburg. Es sei nicht nur wichtig jetzt über soziale Fragen ins Gespräch zu kommen, sondern sich auch breit aufzustellen und zu handeln. „Wir müssen zusammen etwas für die Menschen tun.“ Sein Stellvertreter Biskamp ergänzte: „Die Armutsfrage explodiert in einer heterogenen Stadt wie Marburg geradezu.“

Die Schere zwischen Arm und Reich ist für Kling-Böhm und die Arbeit des St. Elisabeth-Vereins immer wieder ein Thema, insbesondere das Stadt-Land-Gefälle. Nicht nur dass zu betreuende Menschen in reicheren Kommunen ein anderes soziales Leistungsangebot erhalten, sondern dass es inzwischen auch Unterschiede bei der Bezahlung der Fachkräfte – zum Beispiel der Mitarbeiter*innen in den Kindertagesstätten - gibt.
 
Dass einer der ersten Gesprächswege des neuen Dekans zum St. Elisabeth-Verein führten, begründete Biskamp in der Bedeutung des Vereins für Marburg und Umgebung: „Der Verein ist der größte diakonische Träger in der Region Marburg.“

Zur Person:

Der Rat der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) hat den 48-jährigen Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg seiner jüngsten Sitzung in das Amt des Dekans berufen. Er folgt auf Burkhard zur Nieden, der im Februar dieses Jahres das Amt des Prälaten der EKKW übernommen hatte. Seit Ende 2008 ist der gebürtige Melsunger Pfarrer in Issigheim (Bruchköbel) und somit im Süden der Landeskirche tätig – als „Dorfpfarrer mit Leib und Seele“, wie er sagt. Mehr als 13 Jahre, in denen er gemeinsam mit den Menschen vor Ort viel gestalten konnte, bilanziert der vierfache Familienvater. Seine experimentierfreudige Gemeinde, die fröhlichen Gottesdienste und die „Teamer“, die ihn jung gehalten hätten, werde er vermissen. In seiner neuen Funktion sehe er sich in der Rolle des „Spielertrainers“, sagt der in seiner Freizeit sportlich aktive Pfarrer.

Marburg ist für den 47-Jährigen keine Unbekannte: Neben Bielefeld/Bethel, Bonn und Cambridge zählt die Universitätsstadt an der Lahn zu seinen Studienorten. Auch sein Vikariat absolvierte von Dörnberg, der zum Thema „Traum und Traumdeutung in der Alten Kirche“ promovierte, an der Elisabethkirche in Marburg. Und dem dortigen Blechbläserquintett „IG Blech“ war er über die Jahre als Posaunist aktiv verbunden.

Die Ankündigung seines Vorgängers, dass er kein „bestelltes Feld“ vorfinden werde, schreckt von Dörnberg nicht: „Das ist eine schöne Beschreibung, weil Kirche in Bewegung ist. Loslassen und Aufbrechen gehören auch im theologischen Sinne dazu“, sagt von Dörnberg mit Verweis auf die vielen „Weggeschichten“ in der Bibel. Nun beginnt für ihn und seine Familie eine solche Weggeschichte – eine Zeit des Abschiednehmens und der Vorfreude, die noch wachsen darf: Erst im Herbst wird Burkhard von Dörnberg das neue Amt des Dekans antreten und mit seiner Frau und seinen Kindern nach Marburg ziehen.