Offene Werkstatt in Cölbe

Das Leitbild der offenen Werkstatt

Die offene Werkstatt schafft neue Wege der Teilhabe, durch Begegnungsräume und sinnvolle Beschäftigung für Menschen mit und ohne Behinderung. Hier wird das Bewusstsein gestärkt, dass jeder Mensch Qualitäten und Talente hat.
In der offenen Werkstatt wird besonders Wert darauf gelegt, die Leitlinien des Bundesteilhabegesetzes umzusetzen und neue Wege der Teilhabe und Inklusion zu ermöglichen.
Dies wird zum einen durch die Vielfältigkeit des Angebots erreicht. Die Begegnung mit verschiedensten Mitmacher*innen und Besucher*innen der bewusst „offenen“ Werkstatt verhindert Isolation und Zentralisierung psychisch verletzter Menschen. So entsteht ein überschaubarer und möglichst stigmafreier Raum der Begegnung und Teilhabe. 

Zum  Anderen wird ein an der Person orientierter, individueller Zugang in der offenen Werkstatt durch verschiedene konzeptionelle Maßnahmen erreicht. Die notwendige Unterstützung für Menschen mit seelischer Behinderung zur Gestaltung eines
möglichst selbstbestimmten Lebens, wird sich am individuellen Bedarf des einzelnen Menschen ausrichten und besonders peerorientierte, gegenseitige Unterstützung fördern. Dies geschieht z.B. durch von Peers produzierten Selbstlernvideos zu verschiedenen Fertigungsverfahren, Aufgaben und Abläufen, aber auch durch die Miteinbeziehung von Psychiatrie Erfahrenen (z.B. Genesungsbegleiter*innen) in die Werkstattprozesse (z.B. Werkstattrat).
Ein wichtiger Baustein ist zudem die Durchlässigkeit zu anderen Formen und Angeboten (siehe 1.4.) in der offenen Werkstatt. Dies ermöglicht individuelle Entwicklungswege, ohne den Abbruch von gewachsenen Beziehungen und Bezügen. Die enge Zusammenarbeit mit anderen sozialpsychiatrischen Angeboten in und außerhalb des Trägers (Betreutes Wohnen, Werkstätten, CAFE SALAMANCA, usw.) spielen hier eine wichtige Rolle.

Die personenzentrierte und inklusive Arbeitsweise der offenen Werkstatt umfasst zudem:
flexible „Mitmachzeiten“, Gesundheitsorientierung, barrierefreies Arbeiten (z.B. beschreibendes Arbeiten über Symbole und Bilder, Beschreibungen in leichter Sprache), Arbeiten auf Augenhöhe mit allen Mitarbeitenden in einer wertschätzenden Atmosphäre und eine angemessene Vergütung (z.B. Motivationsgeld von 1-1,50 € pro Stunde).

Die Einrichtung und die Produkte der offenen Werkstatt orientieren sich an den Kriterien der
Nachhaltigkeit, der Regionalität und der Beteiligung. Sie werden von den Mitmachenden in möglichst großem Ausmaß eigenverantwortlich hergestellt und soweit möglich in Kooperationen mit anderen sozialen Projekten produziert. Besonderer Wert wird auf ein hochwertiges Design (Kooperation mit Designer*innen – „Social Design“) und zugleich einfache, nutzerfreundliche und innovative Fertigungsprozesse gelegt. So entstehen auch mit einfachen Mitteln Produkte die den Mitmacher*innen Wertschätzung und Selbstwirksamkeit vermitteln.

Die offene Werkstatt befindet sich derzeit noch im Aufbau. Eröffnung ist geplant für 2022/2023.

Kontaktperson

Pascal Leuschner

Bereichsleiter
Teilhabe an Arbeit und Beschäftigung
Landkreis Marburg-Biedenkopf

Tel.: 06420 8210171
Mobil: 0151 44358647
Fax: 06420 8210370
p.leuschner@elisabeth-verein.de